Anonymität
Viele unserer
Probleme kommen von der Anonymität, in der wir leben. Es
wäre wohl kaum vorstellbar, dass in einer kleinen autarken
Gemeinschaft ein Arzt oder Heiler ein Interesse daran hätte,
dass seine Mitmenschen aus der Gemeinschaft erkranken, damit er
möglichst viel zu tun hätte. In einer Gruppe, in der
alle am gleichen Strick ziehen, wäre der Arzt oder Heiler
aber auch nicht abhängig davon, möglichst viel zu arbeiten,
weil die Gemeinschaft ihn auch so mit dem Lebensnotwendigen versorgt.
In einer
solchen Gruppe käme wohl auch niemand auf die Idee, sich
krank zu stellen, obwohl er es nicht ist, da ihm bewusst wäre,
dass andere für ihn nun Mehrarbeit leisten müssen. In
einer Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt, weiss man genau,
wer unter dem eigenen Fehlverhalten zu leiden hat, was dazu führt,
dass man ein solches System nicht ausnutzt. In dem System, in
dem wir gegenwärtig leben, sind wir einer unter Millionen,
wir kennen die Menschen nicht, die darunter leiden, wenn wir das
System ausnutzen. In diesem System wird das Gefühl der Verantwortlichkeit
füreinander unterbunden, wodurch wir sozusagen eingeladen
werden, es zu missbrauchen.
In unserer
Anonymität fehlt uns das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit
und Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Unser Gesellschaftssystem
kann diese fundamentalen menschlichen Bedürfnisse nicht erfüllen,
weshalb wir halt- und orientierungslos in der Welt stehen. Wir
können diesem Gefühl entgegenwirken, indem wir Gruppen
von Gleichgesinnten suchen oder selbst gründen, mit denen
wir uns regelmässig treffen und austauschen können.
Ein weiterer Schritt könnte die Bildung einer Kommune sein,
siehe dazu auch unter Lösungen
/Ökodörfer / Kommunen.
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