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Bildung und Erziehung
 

Bildung und Erziehung

„Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend“.
Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller (1835-1910)

Wir sollten uns vergegenwärtigen, dass wohl die meisten grossen Denker und Erfinder in ihrer Zeit als Spinner abgetan wurden, weil sie das bestehende Weltbild in Frage stellten. Dabei ist eigentlich klar, dass alles Neue automatisch das Bestehende in Frage stellt. Wie weit wir mit unserem konservativen Denken gekommen sind, wissen wir ja. Dass wir DRINGEND etwas ändern sollten, führen uns die vielen grossen Probleme unserer Zeit täglich vor Augen, doch weigern sich viele von uns nach wie vor, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen.

Unsere Schulen dienen vor allem dazu, das zu vermitteln, was wir zu wissen glauben. Neue Ideen und kreative Lösungen für bestehende Probleme sind dabei genauso wenig gefragt wie ein kritisches Hinterfragen des vermittelten Stoffes. Zudem hat alles, was von der materialistischen Sichtweise unserer heutigen Zeit abweicht, keinen Platz. Dass wir mit dieser Art Bildung nicht vorwärts kommen, dürfte wohl klar sein. Wenn wir aber unsere Jugend als eine neue Stufe der Evolution betrachten würden, würden wir ihnen die Chance geben, zur Weiterentwicklung der Menschheit anstatt zu ihrer Degeneration beizutragen. Leider herrscht die Meinung vor, dass wir nur von älteren Menschen lernen können, was dazu führt, dass wir junge Menschen oft nicht ernst nehmen. Würden wir alle Menschen, die uns begegnen, als Überbringer von Mitteilungen für uns ansehen, könnten wir uns enorm weiterentwickeln.

An unseren Schulen wird vor allem der Kopf gefördert, während der Einsatz von Hand und Herz massiv untervertreten ist. Ist es verwunderlich, dass Menschen aggressiv werden, wenn sie ihre Hände nicht dafür einsetzen dürfen, um schöpferisch tätig zu sein? Können wir erwarten, dass es ethisches Handeln gibt, wenn unseren Kindern nur rationelles Denken beigebracht wird, während das Herz immer mehr verkümmert? Leider machen viele die Jugendlichen selbst für diese Situation verantwortlich, und übersehen dabei, dass die Erwachsenen dieses menschenfeindliche System geschaffen haben!

Wir lassen unsere Kinder in Computerspielen einander abknallen und fragen uns, warum sie plötzlich zu Amokläufern werden. Wir setzen sie vor die Glotze, anstatt uns mit ihnen abzugeben, und fragen uns, warum sie derart dem Konsumwahn verfallen und jedem Trend nacheifern. Wir selbst können kein Fest ohne Alkohol feiern und gleichzeitig wundern wir uns, wenn unsere Jugend zunehmend tiefer ins Glas schaut oder auch andere Substanzen zu sich nimmt. Wo bleibt hier die Vorbildfunktion? Warum rennen wir alle den Normen unserer Gesellschaft hinterher, ohne zu merken, dass sie Gift für uns sind?

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