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Konkurrenzkampf

Von klein auf lernen wir, dass es im Leben Gewinner und Verlierer gibt. Viele Spiele, die wir als Kinder lernen, enden damit, dass eine Person oder eine Mannschaft verliert und eine andere gewinnt. (Es gibt durchaus Kulturen, denen dieser Gedanke fremd ist. So brauchten die britischen Missionare Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als sie den Aborigines Kindern in Australien das Fussballspielen beibrachten, über ein Jahr, um sie davon zu überzeugen, dass es dabei Verlierer und Gewinner geben sollte. Für die Aborigines Kinder war zuvor klar, dass so lange gespielt wird, bis beide Mannschaften gleich viele Tore geschossen hatten, danach war das Spiel nach ihrem Verständnis zu Ende)(1). Auch in der Schule werden die Kinder andauernd aneinander gemessen, es gibt einen Klassenbesten genauso wie einen Klassenschlechtesten. Von Kinderschuhen an lernen wir, dass das Leben ein Konkurrenzkampf ist, aus dem es gilt, als Gewinner hervorzugehen. Später im Berufsleben sollte man zu den Erfolgreichen gehören und nicht zu den Loosern, man sollte Karriere machen und nicht stehen bleiben.

Es ist aber so, dass es in diesem System immer nur Erfolg für den einen gibt, während der andere als Versager gilt. Wo einer gewinnt, muss ein anderer verlieren. Wenn ein Unternehmen expandiert, geht ein anderes ein. Sind wir wirklich für ein solches System geschaffen? Können wir glücklich über einen Sieg sein, wenn daneben jemand steht, der traurig über seine Niederlage ist? Warum finden es so viele Menschen unterhaltsam, bei Fussballspielen oder anderen Sportveranstaltungen wie besessen mitzufiebern und sich die Laune davon bestimmen zu lassen, ob „ihre“ Mannschaft gewinnt oder verliert? Hätten wir nicht Wichtigeres zu tun, als in unserer Freizeit zum Spass gegeneinander zu kämpfen?

Dieses Konkurrenzdenken steckt so tief in unserer Kultur, dass dies kaum jemandem auffällt. Anstatt aber immer nur gegeneinander zu kämpfen, könnten wir eine Welt schaffen, in der es nur Gewinner gibt. Wenn wir miteinander anstatt gegeneinander arbeiten würden, könnten wir uns alle ergänzen und alles ginge so viel leichter.

(1) Unser ausgebrannter Planet, Thom Hartmann, Riemann-Verlag, S. 328

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