Einleitung
Selbstliebe
Stille und Alleinsein
Die Macht der Gedanken
Tod
Religionen
 

Religionen

Unsere Religionen lehren uns, dass wir auf sie vertrauen sollen und dass wir, wenn wir nach ihren Gesetzen leben, das ewige Leben erreichen werden. Sie vermitteln uns Geborgenheit und Gemeinschaftsgefühl, wenn wir im Gegenzug schön brav sind. Das Hinterfragen der eigenen Religion ist dabei nicht erwünscht, was dazu führt, dass wir nicht selber denken, unser Leben nicht selber leben.

Anstatt den schillernden Beispielen für Nächstenliebe nachzueifern, ziehen wir es vor, diese Persönlichkeiten mit Liedern und Gebeten zu verehren und sinnentleerte Rituale auszuführen. Das Schlimme daran ist, dass viele von uns glauben, dass wir niemals auf die gleiche Stufe mit diesen Vorzeigeheiligen gelangen können, dass wir sowieso grundsätzlich schlecht sind und deshalb keine Macht haben, etwas in der Welt zu ändern. Tatsächlich können wir aber entscheiden, wie wir denken, sprechen und handeln, und dadurch haben wir grosse Macht, etwas zu verändern. Jesus kam nicht in die Welt, um von anderen Menschen verehrt zu werden, sondern weil er uns den Weg weisen wollte. Er wollte uns dazu inspirieren, es ihm gleich zu tun.

Dass institutionalisierte Religionen nichts mit Spiritualität zu tun haben, zeigen die vielen Kriege, die im Namen der Religionen geführt wurden und heute noch geführt werden. Es gibt wohl nur eine letztendliche Wahrheit für uns alle, doch anstatt nach Gemeinsamkeiten der verschiedenen Religionen zu suchen, betonen wir lieber die Unterschiede.

Würden wir uns selbst und alle Menschen als das betrachten, was wir sind – nämlich als göttliche Wesen, die selbst entscheiden können, wie ihre Welt aussieht – würden wir nicht mehr länger tatenlos dem Elend und der Zerstörungswut in unserer Welt zusehen. Doch der Rückzug in die Religionen bietet uns den Scheinvorteil, dass wir uns in die Opferrolle zurückziehen dürfen und somit keine Verantwortung übernehmen müssen. Wenn wir uns als Sünder, als unvollkommene Wesen ansehen, die keinen Einfluss auf das Schicksal haben, können wir uns bequem zurücklehnen und darauf warten, bis Gott uns rettet. Mit dieser Haltung benehmen wir uns wie kleine Kinder, die wissen, dass da schon jemand ist, der schaut, dass alles gut kommt. Wohin uns diese Einstellung gebracht hat, sehen wir ja. Tatsächlich aber liegt es an uns selbst, die Welt zu verändern. Wenn wir in einer besseren Welt leben möchten, müssen wir erwachsen werden und die Verantwortung übernehmen – für die Taten, die wir ausführen sowie für diejenigen, die wir unterlassen!

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