Religionen
Unsere Religionen
lehren uns, dass wir auf sie vertrauen sollen und dass wir, wenn
wir nach ihren Gesetzen leben, das ewige Leben erreichen werden.
Sie vermitteln uns Geborgenheit und Gemeinschaftsgefühl,
wenn wir im Gegenzug schön brav sind. Das Hinterfragen der
eigenen Religion ist dabei nicht erwünscht, was dazu führt,
dass wir nicht selber denken, unser Leben nicht selber leben.
Anstatt den schillernden
Beispielen für Nächstenliebe nachzueifern, ziehen wir
es vor, diese Persönlichkeiten mit Liedern und Gebeten zu
verehren und sinnentleerte Rituale auszuführen. Das Schlimme
daran ist, dass viele von uns glauben, dass wir niemals auf die
gleiche Stufe mit diesen Vorzeigeheiligen gelangen können,
dass wir sowieso grundsätzlich schlecht sind und deshalb
keine Macht haben, etwas in der Welt zu ändern. Tatsächlich
können wir aber entscheiden, wie wir denken, sprechen und
handeln, und dadurch haben wir grosse Macht, etwas zu verändern.
Jesus kam nicht in die Welt, um von anderen Menschen verehrt zu
werden, sondern weil er uns den Weg weisen wollte. Er wollte uns
dazu inspirieren, es ihm gleich zu tun.
Dass institutionalisierte
Religionen nichts mit Spiritualität zu tun haben, zeigen
die vielen Kriege, die im Namen der Religionen geführt wurden
und heute noch geführt werden. Es gibt wohl nur eine letztendliche
Wahrheit für uns alle, doch anstatt nach Gemeinsamkeiten
der verschiedenen Religionen zu suchen, betonen wir lieber die
Unterschiede.
Würden wir uns
selbst und alle Menschen als das betrachten, was wir sind –
nämlich als göttliche Wesen, die selbst entscheiden
können, wie ihre Welt aussieht – würden wir nicht
mehr länger tatenlos dem Elend und der Zerstörungswut
in unserer Welt zusehen. Doch der Rückzug in die Religionen
bietet uns den Scheinvorteil, dass wir uns in die Opferrolle zurückziehen
dürfen und somit keine Verantwortung übernehmen müssen.
Wenn wir uns als Sünder, als unvollkommene Wesen ansehen,
die keinen Einfluss auf das Schicksal haben, können wir uns
bequem zurücklehnen und darauf warten, bis Gott uns rettet.
Mit dieser Haltung benehmen wir uns wie kleine Kinder, die wissen,
dass da schon jemand ist, der schaut, dass alles gut kommt. Wohin
uns diese Einstellung gebracht hat, sehen wir ja. Tatsächlich
aber liegt es an uns selbst, die Welt zu verändern. Wenn
wir in einer besseren Welt leben möchten, müssen wir
erwachsen werden und die Verantwortung übernehmen –
für die Taten, die wir ausführen sowie für diejenigen,
die wir unterlassen!
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