Einleitung
Selbstliebe
Stille und Alleinsein
Die Macht der Gedanken
Tod
Religionen
 

Tod

„Wer vom Ziel nicht weiss, kann den Weg nicht haben.“
Christian Morgenstern, deutscher Schriftsteller (1871-1914)

„Es gibt einen Gedanken, der unsere ganze Lebensführung und Betrachtung verändern würde: Die Gewissheit unserer Unzerstörbarkeit durch den Tod.“
Christian Morgenstern, deutscher Schriftsteller (1871-1914)

Der Tod ist in unserer Zeit ein riesiges Tabuthema. Viele Menschen halten es offenbar nicht für nötig, sich mit dem Thema Tod zu befassen, weil sie denken, dass wir hier sind, um unser Leben aus vollen Zügen zu geniessen, wobei ihnen eine Beschäftigung mit dem Tod als unangenehm und Angst einflössend erscheint, weshalb sie es lieber gleich sein lassen. Tatsächlich leben wir aber ein Leben in Blindheit und Angst, wenn wir das Thema Tod einfach auf die Seite schieben. Wenn wir uns nur mit der Realität unseres derzeitigen Lebensaufenthaltes auf der Erde beschäftigen, beschränken wir uns sehr. Dadurch werden wir gierig, sehen keinen Grund zu ethischem Handeln, und denken, dass wir alles besitzen und erleben müssen, was unsere Wohlstandsgesellschaft uns zu bieten hat. Dabei merken wir nicht, dass wir uns selbst und anderen dadurch immense Leiden zufügen.

Alle Religionen sprechen von einem Fortleben nach dem Tod in irgendeiner Form, doch wir verhalten uns so, als sei unser derzeitiges irdisches Dasein alles, was existiert. Würden wir den Tod als Übergang in eine andere Dimension ansehen, als Verbindung mit dem Göttlichen, dürften wir unserem eigenen Tod gelassen entgegenblicken. Die Angehörigen eines verstorbenen Menschen dürften sich für ihn freuen, dass er es geschafft hat, sie dürften darauf vertrauen, dass er weiterlebt.

Unsere Sichtweise über den Tod beeinflusst massgeblich unsere Handlungen. Würden wir erkennen, dass unser derzeitiges irdisches Leben nur ein ganz kleines Puzzleteilchen von etwas viel Grösserem ist, wären wir uns nicht zu schade, uns für Themen wie Umweltschutz, Menschen- und Tierrechte, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit etc. einzusetzen. Wir würden uns mit dem Übersinnlichen beschäftigen und wären nicht in unserem derzeitigen rationellen Denken gefangen, wodurch wir uns enorm entwickeln könnten.

In unserer gegenwärtigen Angst vor dem Tod lassen wir viel zu viel mit uns machen. Wir laufen einem Sicherheitswahn hinterher, wollen gegen jedes Risiko eine Versicherung und gegen jede Krankheit eine Impfung. Mit dieser Angst geben wir gewissen Wirtschaftszweigen enorme Macht, die mit unserer Angst sehr lukrative Geschäfte machen.

Das soll nicht heissen, dass wir unser Leben leichtfertig aufs Spiel setzen sollen, denn ganz bestimmt hatten wir einen guten Grund, uns für unsere derzeitige Inkarnation zu entscheiden. Aber irgendwann wird jeder von uns von dieser Welt gehen, denn der Tod ist ein Teil des Lebens, und wenn wir ihn als solchen akzeptieren, können wir uns von Sicherheitswahn und Angst loslösen.

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