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Ethik

Fleisch
„Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat – wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?“
Pythagoras, griechischer Philosoph und Mathematiker (582 - 496 v. Chr.)

„Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.“
Verfasser unbekannt

Tiere sind genauso wie Menschen leidensfähige Wesen, welche ein Recht auf Freiheit und respektvolle Behandlung haben. Genau wie wir Menschen haben auch Tiere ihre ureigenen Bedürfnisse, denen sie nachgehen möchten. Wer also gab uns das Recht, die so genannten Nutztiere auf derart entwürdigende Weise zu behandeln, wie es in der heutigen Zeit üblich ist?

Auffallend ist, dass wir die Tiere je nach Spezies sehr unterschiedlich behandeln. Während wir mit Katzen und Hunden kuscheln, töten wir Kühe und Schweine und essen sie auf. Die meisten Menschen in unserem Kulturkreis würden nie ihr Meerschweinchen essen. Wenn es sich hingegen um ein Huhn handelt, machen sie sich dabei keine Gedanken. Gerne betonen wir immer wieder, wie grässlich wir es finden, dass Chinesen Hunde und Katzen verspeisen. Dabei vergessen wir, dass es nur eine Frage der kulturellen Konditionierung ist, WELCHE Tiere wir essen. Sind wir etwa besser als die Chinesen, nur weil wir Kühe, Schweine, Truthähne, Hühner und Fische essen anstatt Katzen und Hunde? Was denken wohl die Inder über uns, in deren Kultur die Kühe als heilig gelten?

Nutztierhaltung hat wenig mit Tierliebe und Landidylle zu tun, denn ein Tier, das man liebt, wird man wohl kaum töten lassen, nur um den Gaumen von verwöhnten Menschen zu befriedigen. Vielmehr geht es bei dem Ganzen ums Geschäft. Egal, ob ein Nutztier biologisch aufgezogen wurde oder nicht, ob es sein Leben hinter Gittern oder auf der Weide verbracht hat, ob der Bauer gut oder schlecht zu ihm war – es wird immer mit dem Ziel aufgezogen, seine Körperteile als Nahrung für den Menschen zu verkaufen.

Ein Steak aus dem Supermarkt erinnert vielleicht nicht mehr daran, dass es eigentlich ein Stück eines Tierkörpers ist. Man sieht nicht mehr die Gewalt, die dem Tier angetan wurde, um dieses Stück Fleisch zu „produzieren“, man sieht nichts von dem bedauerlichen Dasein in Gefangenschaft, das dieses Tier fristete. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass ohne Tierleid kein Fleisch produziert werden kann! Müssten wir das Tier, dessen Leichenteile wir schlussendlich essen möchten, selbst aufziehen, füttern und schlussendlich töten, zerlegen und zubereiten, würde vielen wohl der Appetit auf Fleisch vergehen. Die meisten Leute ekeln sich davor, zuzusehen, wie ein Tier geschlachtet wird, viele könnten danach auch das Fleisch des geschlachteten Tiers nicht essen. Unser Gefühl sagt uns, dass es nicht richtig ist, tote Tierkörper zu essen. Nur haben viele Menschen den Bezug zu den Quellen unserer Nahrung verloren und deshalb vergessen, dass es sich bei Fleisch um Leichenteile von Tieren handelt, die gewaltsam für uns getötet wurden.

Überleg dir doch mal Folgendes: Bekommst du Hunger, wenn du eine Kuh auf der Weide siehst? Möchtest du am liebsten hingehen, die Kuh töten und zerlegen und sie danach essen? Wie wäre das Gefühl dabei – würdest du dich gut fühlen oder hättest du ein schlechtes Gewissen? Und wie sieht es im Gegensatz dazu mit Früchten und Gemüse aus: Bekommst du vielleicht Appetit, wenn du einen reifen Apfel am Baum siehst? Und bekommst du ein schlechtes Gewissen dabei, wenn du ihn isst? Oder frage dich mal Folgendes: Würdest du lieber in einem Schlachthof arbeiten oder in einer Obstplantage? Wo würdest du dich wohler fühlen?

Vielleicht kann dir dieser Link die Entscheidung erleichtern:
http://video.google.de/videoplay?docid=-...

Wenn wir Fleisch essen wollen, müssen wir auch verantworten können, dass andere Leute für uns die Drecksarbeit des Tötens machen müssen. Ist es wirklich verantwortbar, unseren Mitmenschen eine solche Tätigkeit zuzumuten? Ganz ehrlich – könntest du den ganzen Tag Tiere töten und zerlegen? Wenn nicht, ist es nicht mehr als konsequent, kein Fleisch mehr zu essen!

„Es zeugt von Heuchelei, wenn ein Fleischesser mit Verachtung auf die Schlachter hinabblickt; denn der Mensch ist nicht nur verantwortlich für die Handlungen, die er selbst ausführt, sondern auch für die Handlungen, die er von andern ausführen lässt.“
Magnus Schwantje, Tierschützer, Pazifist, Autor (1877-1959)

Die Fotos stammen von Dirk Giesselmann, www.soylent-network.com

 

Fisch
Es gibt Leute, die einen Unterschied zwischen Fleisch und Fisch machen, obwohl doch das, was wir unter Fisch verstehen, eigentlich das Fleisch des Fisches ist und somit anderem Fleisch gleichgestellt werden kann. Nur weil Fische nicht schreien können, heisst das noch lange nicht, dass sie nicht leiden!

Die allermeisten Meerestiere sterben einen langsamen qualvollen Tod durch Ersticken an der Luft (den anderen, die an einem Angelhaken aufgespiesst aus dem Wasser gerissen werden, ergeht es nicht besser). Über vorherige Betäubung, wie es bei Schlachttieren üblich ist, wird bei Meerestieren noch nicht einmal diskutiert.

Die Meere sind bald leer gefischt und etliche Arten stehen vor dem Aussterben. Viele Fische, die bei uns konsumiert werden, stammen aus Fischfarmen, wo viele Tiere auf engstem Raum leben müssen und Chemikalien eingesetzt werden. Dieses Umfeld hat nichts mehr mit den natürlichen Lebensbedingungen dieser Fische zu tun.(1) Zudem kommt die Nahrung für die Zuchtfische wiederum aus dem Meer! Um ein Kilogramm Zuchtfisch zu erzeugen, werden dem Meer rund zwei Kilogramm Fische als Futter entnommen!(2) Mit dem Konsum von Fischen aus Fischfarmen unterstützen wir also auch die Leerfischung der Meere!

(1) www.vegetarismus.ch/info/10.htm
(2) www.vegetarismus.ch/info/oeko.htm

 

Eier
Dass man kein Fleisch und keinen Fisch isst, können viele Menschen noch einigermassen nachvollziehen, doch warum man den Konsum von Eiern ablehnt, ist den meisten völlig unverständlich. Dies liegt daran, dass die meisten Menschen nicht wissen, dass auch für die „Produktion“ von Eiern massenweise Tiere getötet werden.

Sobald die kleinen Küken, die später als Legehühner arbeiten sollen, in der Kükenbrüterei geschlüpft sind, werden sie von speziell dafür ausgebildeten Fachpersonen nach Geschlechtern getrennt. Die Weibchen leben weiter, die Männchen aber werden vergast, weil sie keine Eier legen können und somit keinen Profit bringen (für die Fleischgewinnung gibt es einen anderen Zuchttyp). Der Vergasungsvorgang dauert ca. 30 Sekunden, in denen die Tiere unter Atemnot, Stress und Todesangst entsetzlich leiden. Es kommt aber auch vor, dass danach nicht alle Küken tot sind, deshalb muss z.T. nachgegast werden. Alle Küken (Männchen wie Weibchen), die zu spät schlüpfen, werden mit dem „Muser“ vernichtet, da sich ein Nachsortieren bei diesen nicht mehr lohnen würde.

45 Millionen Küken sterben auf diese Weise jedes Jahr in Deutschland. 280 Millionen sind es in der EU. Egal ob bei der „Produktion“ von Eiern aus Bio-, Boden- oder Batteriehaltung, dieser abscheuliche Vorgang steht immer am Anfang der Eierproduktion.

Siehe dazu auch dieses Video: http://veg-tv.info/K%C3%BCken_sexen

Doch auch die Weibchen, die weiterleben dürfen, erwartet nichts Gutes. Nach wenigen Monaten Aufzucht verbringen sie etwa ein Jahr damit, Eier zu legen. Sie sind so zurechtgezüchtet, dass sie 300 Eier pro Jahr legen, obwohl es ihre Vorfahren nur auf ca. 12 – 20 Eier pro Jahr brachten. Um Eierschalen aufzubauen, wird den Hühnern Kalzium aus den Knochen entzogen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Tiere bei einer solchen Mehrproduktion von Eiern Krankheiten wie Osteoporose bekommen.

Auch die Haltung der Hühner lässt zu wünschen übrig. Freilandhaltung ist sicher besser als Boden- oder Batteriehaltung, aber auch hier dienen die Hühner nur dem Zweck, Eier zu legen. Die Bodenhaltung ist keineswegs artgerecht, auch hier werden beispielsweise Oberschnäbel ohne Betäubung abgebrannt oder abgeschnitten, um gegenseitiges Anpicken zu verhindern. Doch noch schlimmer ist die Batteriehaltung. Diese ist zwar in der Schweiz verboten, aber es werden im grossen Stil Eier aus dem Ausland importiert, wo Batteriehaltung meist die Regel ist. In solchen Betrieben steht den Hühnern ein Platz zu, der kleiner ist als ein A4-Blatt!

Sobald die Legeleistung der Hühner nachlässt, werden sie im Alter von 12 bis 15 Monaten geschlachtet. Die natürliche Lebenserwartung eines Huhnes wäre um vieles länger (10 – 30 Jahre, je nach Quelle).(1)

Den Beitrag, den du leisten kannst, um gegen die unwürdige Behandlung dieser Tiere zu protestieren, ist, keine Eier (und Produkte, welche Eier enthalten) mehr zu essen!

(1) www.vegetarismus.ch/heft/99-1/eier.htm

Das Foto stammt von Dirk Giesselmann, www.soylent-network.com

 

Milch
Viele Menschen können nicht verstehen, was unethisch daran sein soll, Milch und Milchprodukte zu konsumieren. Auch hier liegt es wohl daran, dass sich die meisten Menschen nicht bewusst sind, wie solche Produkte „produziert“ werden.

Genau wie bei der Eierproduktion werden nämlich auch bei der Milchproduktion viele Tiere getötet. Kühe geben – genau wie wir Menschen – Milch, um ihre Neugeborenen mit Nahrung zu versorgen. Das heisst, damit eine Kuh überhaupt Milch geben kann, muss sie erst ein Kälbchen gebären. Um die Unterbrüche in der Milchproduktion möglichst kurz zu halten, werden die Kühe jährlich künstlich besamt und während der Trächtigkeit bis wenige Wochen vor der Geburt des nächsten Kälbchens weiter gemolken. Dabei fallen im Verlauf des Lebens einer Milchkuh einige Kälbchen an. Viele von ihnen werden schon als Kalb geschlachtet - dieses Schicksal erleiden in der Schweiz jedes Jahr 300'000 Kälber im Alter von 3 bis 4 Monaten.(1) Andere werden entweder zu Mast- oder Milchkühen. Die Kühe wurden enorm hoch gezüchtet, um die riesigen Milchmengen zu produzieren, die heute üblich sind. Dadurch sind Euterentzündungen bei den Kühen weit verbreitet, genauso wie die vorbeugende Behandlung mit Antibiotika. Sobald die Milchleistung abnimmt, werden die Kühe geschlachtet, weil es aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn mehr macht, sie weiter in der Milchproduktion einzusetzen. So geht für die Kühe das Leben, geprägt von Dauerschwangerschaft und Milchproduktion, lange vor Ablauf ihrer natürlichen Lebenserwartung zu Ende.

Neben den ethischen Argumenten gegen den Milchkonsum stellt sich aber auch die Frage, ob Milch überhaupt ein geeignetes Nahrungsmittel für den Menschen darstellt. Wir Menschen sind das einzige Lebewesen, das Milch von einer anderen Spezies konsumiert. Zudem gibt es kein anderes Säugetier, das sich über das Säuglingsalter hinaus von Milch ernährt. Die Vorstellung, Milch direkt von der Kuh zu trinken, finden wohl die meisten ekelhaft. Nur schon diese Tatsache, dass wir eine Abneigung gegen dieses Nahrungsmittel haben, wenn wir seinen Weg von Anfang an verfolgen, sagt doch eigentlich genug aus.

Auch was die Gesundheit angeht, ist der Konsum von Milch mehr und mehr umstritten. Leider werden aber viele Informationen zum Thema Milch durch die mächtige Milchindustrie geprägt, so dass der Konsument wohl ein verfälschtes Bild erhält.

(1) www.vegetarismus.ch/info/21.htm

 

Honig
Honig gilt bei vielen als natürliches und gesundes Nahrungsmittel. Doch leider entsteht auch bei der Honigproduktion unnötiges Leiden. Bienen sammeln den Honig für sich selbst als Wintervorrat, und nicht für uns Menschen, wie uns als Kind gerne erzählt wurde. Wir Menschen nehmen den Bienen oft so viel Honig weg, dass dieser Vorrat nicht mehr reicht, um die Bienen durch den Winter zu bringen, weshalb wir ihnen als Ersatz Zuckerwasser zufüttern. Da Zucker aber im Vergleich zum Honig minderwertig ist, wirkt sich dieser negativ auf die Gesundheit der Bienen aus. So kommt es zu Krankheiten und manchmal zum Sterben ganzer Bienenvölker.

Die Honigbiene ist eine Zuchtform, die darauf ausgerichtet ist, möglichst viel Honig zu produzieren. Daneben gibt es aber viele Wildbienenarten sowie andere Insekten, die Pflanzen bestäuben. Diese werden aber wegen der grossen Überzahl der Honigbienen sowie wegen fehlenden Nistplätzen völlig verdrängt.

Es gibt also gute Gründe, auf Honig zu verzichten, umso mehr, weil es eine ganze Reihe anderer Süssungsmittel gibt, die z.T. erst noch gesünder sind.

Links zum Thema:
www.vegetarismus.ch/heft/98-4/honig.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Wildbiene
www.wildbienen.de
www.wildbiene.com

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