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Haustiere

„In grausamen Experimenten zu Messinstrumenten degradiert, als Nutztier zur Maschine entstellt, als Haustier krankgezüchtet und einbetoniert, als Wildtier von der Ausrottung bedroht und als Denkmal seiner selbst in Zoos ausgestellt - das ist das Schicksal, das wir den Tieren dieser Erde bereitet haben.“
Verfasser unbekannt

„Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.“
Albert Schweitzer, Theologe und Missionsarzt (1875-1965)

Woher nehmen wir uns eigentlich das Recht, Tiere in ihren Dienst als Seelentröster, Ersatzpartner oder Spielkameraden zu zwingen? Die meisten Tiere, die wir als Haustiere halten, wurden auf unsere Bedürfnisse abgestimmt, also nach unseren Wünschen zurechtgezüchtet. Der Mensch hat wieder einmal in die Natur eingegriffen und sich alles so zurechtgebogen, wie er es gerne hätte. Für gewisse Rassen bedeutet dies entsetzliche Qualen, für alle aber wohl Degeneration.

Die Haustierbesitzer bezeichnen sich als Tierfreunde und sagen, dass sie ihre Tiere sehr lieb hätten. Ist es wirklich Liebe, wenn ich ein Tier abhängig von mir mache? Ein Haustier kann nicht entscheiden, ob es bei mir leben will oder nicht, es kann nicht entscheiden, wann es raus darf und wann nicht, was es zu essen bekommt etc. Natürlich sind Haustiere lieb zu ihren Besitzern, sie sind schliesslich darauf angewiesen, dass diese ihnen zu Essen und frische Luft geben, und letztendlich fristen sie seit Geburt dieses Dasein und kennen somit nichts anderes.

Was also hat dieses Abhängigkeitsverhältnis mit Liebe zu tun? Woher wissen wir, dass unsere Hunde nicht lieber als freie Wölfe durch naturbelassene Wälder streifen würden? Warum denken wir, dass ein Fisch es in unserem engen Aquarium besser hat als im See oder im Meer? Wie kommen wir darauf, dass eine Katze für ein Leben in Abhängigkeit vom Menschen bestimmt ist? Warum sind wir uns so sicher, dass ein Pferd Spass daran hat, uns ab und zu durch die Landschaft zu tragen und ansonsten in einem von Zaun abgegrenzten Territorium eingesperrt zu sein?

Wenn wir uns fragen, was denn die Tiere davon haben, wenn wir sie als Haustiere halten, wird schnell klar, dass mit der Haustierhaltung vor allem die Interessen der Menschen gewahrt werden. Wir möchten nicht alleine sein, wir möchten jemanden zum Kuscheln und jemanden, der uns zuhört, wir möchten dass unsere Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen etc. – und weil sich nicht immer Mitmenschen finden, die sich für diese Bedürfnisse gewinnen lassen, bieten sich die Tiere als Ersatz geradezu an.

Tiere haben sogar einige Vorteile gegenüber Menschen: sie können nicht widersprechen, sie können uns nicht die Wahrheit sagen oder uns kritisieren, sie sind treu und verlassen uns nicht. Kein Wunder also, dass manche Menschen die Gesellschaft von Tieren derer von Menschen vorzieht.

Immer wieder wird berichtet, dass mit Tiertherapien grosse Erfolge erzielt werden können. Aber reicht diese Tatsache als Grund, um Tiere zu versklaven? Wäre es nicht sinnvoller, sich zu fragen, warum wir krank werden und dann die Ursache zu beheben? Aber es ist bequemer, Tiere als Ersatz für die menschliche Liebe einzusetzen, als sich mit den Gründen für die fehlende menschliche Liebe zu befassen!

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